Pimp my Ludmilla

von Manfred G. Fischer, 05. Oktober 2008; update: 13. Sept. 2012

 

Haftungsausschluss:

Bei einem Umbau von Modellbahnartikeln durch nicht-autorisiertes Personal erlischt ein evtl. vorhandener Gewährleistungsanspruch gegen den/die Hersteller. Alle hier gemachten Angaben zum Umbau erfolgen ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Ein Nachbau geschieht auf eigene Gefahr und eigenes Risiko. Insbesondere kann ein Rückbau in den Ausgangszustand nicht garantiert werden. Der Autor dieses Artikels kann für evtl. Folgen, die sich aus einem solchen Umbau ergeben, nicht haftbar gemacht werden.

Hinweis auf geschützte Warenzeichen:

 

 

Umbau Märklin 36420 / 36421 / 36423 Baureihe 132 / 232 / 234 "Ludmilla"

Die im Oktober 2008 erstmals ausgelieferten Loks aus der Hobby-Reihe nach dem Vorbild der DR Baureihe 132 bzw. DB/DBAG Baureihe 232 lassen sich weiter verbessern. Anders als bei den 4-achsigen Hobbyloks nach dem Vorbild der TRAXX-Lokomotiven haben diese 6-achser Metallachsen und Metallzahnräder im Fahrwerk. Der Umbau lohnt sich also. Nun zum Umbau der Ludmilla:
 

Teil 1: Decoder-Tausch und Sound-Nachrüstung.

Von mir verwendetes Material:
Zunächst die Ausgangssituation:
 
 
Blick auf die Lokunterseite zeigt die schon ab Werk vorbereitete Öffnung für einen Lautsprecher mit 20mm Durchmesser. Das Loch für den Kabeldurchlass zum Lautsprecher ist auch schon vorhanden. Ferner beachten: die Lok hat nur 2 Haftreifen und einen langen, geklipsten Mittelschleifer:
 
 
Und so sieht es in der Lok im Originalzustand aus (im Vordergrund liegt schon die Austauschplatine bereit (hier: Trix-Ersatzteil 611654, Preisgruppe 12)). Das große dunkelbraune Bauteil, das in der linken Bildhälfte an die Platine angelötet ist, ist eine Drossel in Widerstandsbauform, die mit dem Mittelschleifer verbunden ist (rotes Kabel). Auf der gegenüberliegenden Lokseite sind die beiden braunen Massekabel an die Platine angelötet, die mit den Drehgestellen verbunden sind. Weiteren Massekontakt erhält die Platine über die blanken Stellen unter den Befestigungsschrauben. Der wartungsfreie Motor befindet sich unter der Platine und ist über zwei Kontaktstellen mit der Platine verlötet (rechte Bildhälfte). Auf der Platine befinden sich zwei Stecker, in die die Beleuchtungsfolienträger eingesteckt sind.
 
 
 
Die Ersatzplatine von Trix mit der Bestellnummer 611654 weist einige Besonderheiten auf: sie paßt genau in die Lok (wie auch in die TRAXX-Loks bzw. in die V80). Auch hier sind über die blanken Stellen unter den Schrauben 4 Massekontakte zum Gehäuse. Anders als bei den NEM-Steckern für die Umrüstung von Märklinloks allerdings erwartet, befindet sich die Verbindung zur Masse an der 8-poligen Steckdose der Trix-Platine nicht an Position "4", sondern an Position "8", d.h. bei dieser Platine sind die Massen- und Schleifer-Anschlüsse an dem 8-poligen Stecker vertauscht. Dem von mir verwendeten Decoder war es aber egal. Wichtig ist nur, dass man dieses beim Anschluß der Kabel, die von der Lok und dem Lokrahmen kommen, beachtet, sonst gibt es in der Lok bzw. auf der Platine einen Kurzschluß (ein evtl. notwendig werdendes Tauschen der Anschlüsse auf dem 8-poligen Stecker des Decoders bleibt davon unberührt).
 
 
Nun der Umbaubeginn mit dem Herausziehen der Lampenanschlüsse aus den Steckern der Originalplatine und dem Ablöten der Kabel von der Originalplatine (ab hier verläßt man die Gewährleistung des Herstellers):
 
 
Nun müssen die 4 Kreuzschlitzschrauben, die die Platine am Gehäuse festhalten, herausgeschraubt werden. Dann wird die Platine vom Motor abgelötet. Dabei verbleibt der Motor in der Lok. Lok stabil fixieren. Mit dem Lötkolben beide Motoranschlüsse erwärmen, und mit der anderen Hand die Platine allmählich horizontal zu der Seite mit der Schwungmasse abziehen:
 
 
Wenn die Platine ausgelötet ist, kann bei Bedarf auch ein Motortausch erfolgen (ist bei einer neuwertigen Lok nicht nötig).
 
 
Es ist von Vorteil, die Lautsprecherkabel nun durch die dafür vorgesehene Öffnung durchzuführen. Dazu muß der Lautsprecher i.d.R. von den Kabeln zum Decoder abgelötet werden. Leider habe ich dies bei der Anfertigung der Bilder zu spät bemerkt, deshalb ist auf den folgenden Bildern von diesen Lautsprecherkabeln erstmal nichts zu sehen.
Dann kann die neue Platine eingeschoben werden bis zum Anschlag, den das Motorgehäuse definiert.
 
 
Die Position des Motors im Gehäuse überprüfen, und erst dann die neue Platine festschrauben, und dann den Motor in seiner Position nochmals überprüfen. Erst dann die Motoranschlüsse an der Platine anlöten.
 
 
Dann die Drossel und die beiden Massekabel anlöten (an die jeweils außen liegenden Lötpads):
 
 
Die serienmäßigen Lampenschlüsse lassen sich dann ganz leicht in die Stecker der neuen Platine einschieben:
 
 
Für eine erste Probe wird dann ein Decoder mit seinem 8-poligen NEM-Stecker aufgesetzt, hier im Bild ein LoPi-mfx. Hier im Bild (und den folgenden Bildern) hat nun aufgrund der Eigenart der verwendeten Trix-Platine das rote Kabel des Decoders Massekontakt und das schwarze Kabel des Decoders Kontakt zum Mittelschleifer (vertauscht gegenüber der üblichen Umbaupraxis). Dies führt dazu, dass auch beim Betrieb das Spitzenlicht verkehrt heraum zur Fahrtrichtung wechselt. Abhilfe bietet ein Tauschen der Anschlüsse auf dem 8-poligen Stecker des Decoders oder die Verwendung einer Tauschplatine von einigen Kleinserienanbietern (diese Platinen haben dann noch weitere Vorteile).
 
 
 
Nach einem ersten Funktionstest kommt nun der Einbau des Lautsprechers an die Reihe:
LokSound-Decoder werden üblicherweise mit Lautsprechern mit Durchmesser 23mm ausgeliefert. Hat man keinen 20mm Lautsprecher zur Hand, kann der originale Lautsprecher auch am Decoder verbleiben und muß dann halt nur an einer geeigneten Stelle in der Lok so befestigt werden, dass die Kabel sich nicht in den Kardanantrieben verfangen können (z.B. am Dach des Gehäuses mittels Klebepad befestigen). In der Ludmilla ist Platz vorhanden, aber evtl. ist die Schallkapsel dann durch die (dunkel getönten) Fenster des Maschinenraums zu sehen.
Wenn man (so wie ich) das Durchführen der Lautsprecherkabel durch die dafür vorgesehene Öffnung vergessen hat, wird es eng. Ich habe zunächst den Lautsprecher vom Decoder abgelötet:
 
 
Dann habe ich beide Kabelenden vorübergehend mit einander verlötet, damit ich bei bereits montierter Platine die Kabel um die Ecke durchstecken konnte. Dabei unbedingt beachten: das Kabel darf nicht nach außen unter der Platine durchgeführt werden, da es sonst beim Aufsetzen des Gehäuses später eingeklemmt wird. Das Kabel muß innen unter der Platine zwischen Platine und Schwungmasse zu liegen kommen:
 
 
 
 
Dann kann der 20mm Lautsprecher (ESU 50441) wieder angelötet werden:
 
 
Und hier zunächst provisorisch mit Alleskleber eingeklebt. Damit die Schallmembran beim rauhen Betriebsdienst nicht beschädigt wird, zeigt die Membran nach innen (Klangergebnis ist dennoch okay). Ferner hier bei der Montage des Lautsprechers unbedingt beachten, dass weder die Kabelenden noch die Lautsprecherlötpads Kontakt zum Gehäuse bekommen, sonst gibt es einen Kurzschluß, der mit der Zerstörung des Lautsprechers und des Decoders endet (das wird teuer). Auch von daher ist der Einbau mit der Schallmembran zur Lok hin von Vorteil.
 
 
 
Will man den Lautsprecher nicht einkleben, so kann man das Märklin-Ersatzteil 207649 "Haltebuegel" (Preisgruppe 01) nehmen. Dieser Haltebügel ist aus Kunststoff und wird einfach in die beiden vorgesehenen Öffnungen des Fahrzeugbodens eingesteckt, schon kann der Lautsprecher nicht mehr herausfallen.
 
Ein interessanter Tipp zum Einbau des Lautsprechers in der Lok mit selbstgebauter Schallkapsel aus Pappe findet sich im Forum:
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?t=81178 - Anleitung: Märklin Ludmilla 36420+60948 Soundverbesserung (Sept. 2012)
 
Wenn alles richtig ist, wird der Decoder auf dem Programmiergleis erkannt und kann dann programmiert werden. Sollte der Decoder-Stecker falsch herum aufgesteckt sein, funktioniert die (gelbe Original-) Beleuchtung nicht. Zunächst bitte nicht wundern: wegen der Eigenart der Platine schaltet die Stirnbeleuchtung verkehrt zur fahrtrichtung. Ich habe dies beim Loksound-Decoder über Function-Mapping-Programmierung korrigiert. Man dies aber auch durch ein Umlöten von zwei Kabeln am Stecker des Decoders ausgleichen. Auf keinen Fall am Decoder selber löten.
 
 
"Ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht!"
Beim LokSound-Decoder ist AUX1-mit dem Decoder-Stecker verbunden (grünes Kabel). Die hier verwendete Platine schleift diesen AUX1-Ausgang auf einen Lötpad auf der Platine durch. Der AUX2-Ausgang des LokSound-Decoders ist als violettes Kabel am Decoder befestigt. Damit dieses Kabel auch etwas zu tun hat, habe ich es mit einer weißen LED (820 Ohm Widerstand schont die LED, ist aber wohl zu groß gewählt) verbunden. Das andere Ende der LED habe ich mit dem blauen Kabel des Decoder-Steckers verbunden. Später können AUX1 und AUX2 ja andere Aufgaben übernehmen.
 
 
Nun noch den Decoder mittels Klebepad befestigen, und das Gehäuse kann aufgesetzt werden.
 
 
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Teil 2: mehr Haftreifen für die "Ludmilla".

Beim Einfahren des nun umgebauten Modells freut man sich über die guten Fahreigenschaften. Doch am Berg mit Anhängelast zeigt das Fahrzeug seine Schwäche: jedes Drehgestell weist nur einen Treibachsenradsatz auf mit jeweils 1 Haftreifen. Dies ist zu wenig. Ab 3% Steigung geht mit 10 Güterwaggons am Haken nichts mehr. Behelfen kann man sich sehr leicht und ohne finanziellen Mehraufwand: die Abdeckungen der Getriebe sind mit zwei kleinen Kreuzschlitzschrauben befestigt, und lassen sich problemlos nach Lösen dieser Schrauben abnehmen. Bei dem Drehgestell, dass den Mittelschleifer hält, muß man allerdings dass Kabel zum Mittelschleifer vorsichtig etwas herausziehen - am besten gelingt dies, wenn man das Gehäuse dazu abnimmt und von innen das rote Kabel nachschiebt.
 
 
Dann sollten beide Haftreifen-tragende Treibachsen im selben Drehgestell eingesetzt werden, d.h. eine Treibachse muß umgesetzt werden. Das andere Drehgestell besitzt dann zwar überhaupt keine Haftreifen, aber das Fahrzeug schafft dann auch 5% Steigungen mit Anhängelast ohne Probleme.
 
 
 
Will man aber eine noch bessere Zugkraft erzielen, sollte man das Fahrzeug mit Haftreifen an jeder angetriebenen Treibachse ausrüsten. Im Prinzip würde es genügen, nur die Räder ohne Haftreifen zu tauschen gegen solche mit Haftreifen (Ersatzteilnummer Märklin-296740 "Treibrad" (mit Haftreifen), Dank an Werner Nettekoven für diesen Tipp, siehe auch http://stummi.foren-city.de/topic,28162.html). Kann man oder will man nicht die Räder selber aufpressen, gibt es die Möglichkeit, die ganze Treibachse zu tauschen. Die Besonderheit dabei: die "Ludmilla" besitzt die gleichen Treibachsen wie die BR 290 und BR 218 von Märklin. Das folgende Bild zeigt zwei Möglichkeiten auf:
 
 
Laut Explosionszeichnung hat bei der "Ludmilla" der Treibradsatz ohne Haftreifen die Ersatzteilnummer 230551. Bei der BR 290 hat aber ein Treibradsatz mit Haftreifen die gleiche Ersatzteilnummer. Ich bin bei der Ersatzteilbestellung kein Risiko eingegangen, und habe den Treibradsatz nachbestellt, der bei BR 290, BR 218 und der "Ludmilla" als Treibradsatz mit Haftreifen gelistet ist: Märklin-Ersatzteil 230615 (Preisgruppe 09). Will man zwei Haftreifen auf einem Treibradsatz haben, muß man das Ersatzteil 126151 bestellen (siehe Bild oben). Im Sommer 2011 wurde bei Märklin das Ersatzteil-System umgestellt. Das bisherige ET "230615" hat nun die neue ET-Nr "E230615". Das bisherige ET "126151" hat nun die neue ET-Nr "E126151".
 
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Teil 3: Sunny-White SMD-LEDs für die "Ludmilla".

Das originale dunkelgelbe Licht ist nicht wirklich passend. Man kann die originalen Flexbahnen, die diese SMD-LEDs tragen beibehalten oder gegen Selbstbauplatinen oder Platinen von Drittanbietern tauschen. Im letzteren fall kann dann dann die Ludmilla auch rotes Schlußlicht bekommen (nach Aufbohren des Gehäuses an den Stellen der roten Schlußleuchten). Will man bewußt auf rotes Schlusslicht verzichten, und sind die originalen Flexbahnen in guter Verfassung, dann bietet sich ein Umbau auf diesen Flexbahnen mit 0603-sunny-white SMD-LEDs an, der nun in Bildern folgend dargestellt wird:
Von mir verwendetes Material:
Zunächst die Ausgangsituation (hier am Beispiel einer BR 234 (mae36423)):
 
 
Nach Abnahme des Gehäuses: der vordere Anteil der Flexbahnen ist auf einem Plastikträger aufgeklebt, der in das Fahrgestell mit zwei Plastikzapfen eingesteckt ist. Von vorne ist, gehalten von drei Plastikzapfen, eine Blende aufgesteckt, die stellenweise auch verklebt ist und die SMD-LEDs vor Beschädigung bei Abnahme und Aufsetzen des Gehäuses schützt:
 
 
 
Diese Blende muß mit einem kleinen Schraubenzieher vorsichtig nach vorne abgehebelt werden:
 
 
Nun sind die LEDs zugänglich. Wenn man ganz sauber arbeiten will, entnimmt man die Flexbahnen komplett:
 
 
Der gehäuseseitige Leiter der Flexbahn kommt von "U+" des Decoders. Die LEDs sind in Reihe und haben ihren Vorwiderstand auf dem originalen Decoder (SMD-Vorwiderstand in 1206-Bauform mit 5600 Ω). Zunächst wird nur eine originale LED abgelötet von der Flexbahn. Die neue sunny-white LED wird angesetzt ...
 
 
... und aufgelötet:
 
 
Danach wird die erste LED getestet. Wenn alles stimmt, leuchtet die erste neue LED heller als die verbliebenen originalen LEDs. Mit den anderen beiden LEDs dieser Lokseite wird genauso schrittweise verfahren:
 
 
 
Das Licht der neuen sunny-white LEDs ist zu hell (wirkt wie Fernlicht). Ich habe daher auf dem Decoder (geht analog auch auf dem Trix Ersatzteil 611654) den originalen Widerstand (5600 Ω) in der Zuleitung zu den Flexbahnen entfernt und 15000 Ω Drahtwiderstände aufgelötet. Eleganter wären SMD-Widerstände gewesen. Wem auch diese Lichtwirkung zu hell ist, kann bis zu 22000 Ω Widerstände verwenden:
 
 
Endergebnis (links originale Widerstände, rechts neue 15000 Ω Widerstände auf dem Decoder):
 
 
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Teil 4: fahrtrichtungsabhängige Führerstandsbeleuchtung für die "Ludmilla".

Um die Führerstände zu beleuchten, habe ich 3mm Sunny-White-LEDs aus einer Weihnachtslichterkette verwendet. Diese sind keine superhellen LEDs und kommen daher mit einem Widerstand von 1 kΩ aus. Mit höheren Widerständen leuchten diese nicht. Die Schaltung erfolgt in diesem Beispel über einen Logikpegel des Decoders. Der originale Decoder aus der Ludmilla hat einen solchen Logikpegel auf Funktion "F1" (LoPi-3- oder LoPi-M4-Decoder haben solche Logikpegel auf AUX3 und AUX4). Der Logikpegel muß vestärkt werden, da er nicht selber eine LED zum Leuchten bringen kann. Zur Verstärkung des Logikpegels habe ich einen N-Channel Dual-MOSFET SI9945AEY (3,7A, 2,4W, 0,08R, Bauform SO8 wie der SI9955) verwendet. Um die Fahrtrichtungsabhängigkeit der Schaltung zu erhalten, zapfe ich die negativen Pegel von den Lichtausgängen (und zwar vor den Vorwiderständen der Stirnlicht-Flexbahnen) ab (und nicht wie sonst üblich von Decoder-GND(-)). Der U(+)-Pegel zum Anschluß der LEDs für die Führerstandsbeleuchtung ist glücklicherweise ebenfalls auf dem originalen Decoder herausgeführt.
Von mir verwendetes Material:
Zunächst wird das Dach demontiert (zwei kleine Kreuzschlitzschrauben innen im Lokgehäuse lösen). Dabei merkt man sich vor Abnahme des Daches, in welche Richtung es nachher wieder aufgesetzt werden muß! Dann werden die oberen, großen Lichtleiter der Stirnbeleuchtung herausgedrückt und sicher zur Seite gelegt
 
 
Dann kann man von oben die Inneinrichtung vorsichtig mit einem breiten Spatel oder Holzstück nach unten herausdrücken. Die Inneneinrichtung kann bei dieser Gelegenheit gleich farblich (auch von der Unterseite) behandelt werden. Dann wird in das Metallgehäuse je ein ca. 3mm großes Loch über den Führerständen gebohrt (Metallbohrer erforderlich), siehe obiges Bild rechts.
 
 
An die Anoden (+-Pol) der LEDs wird ein gemeinsames (hier: oranges) Kabel gelötet. Eine LED bekommt an seine Anode ein weiteres, kürzeres (oranges) Kabel, das später an einen Stecker angelötet wird. Schrumpfschlauch nicht vergessen! An die Kathoden der LEDs werden je ein 1000 Ohm Widerstand angelötet, und daran etwas kürzere (hier: schwarze) Kabel angelötet. Ich habe Lötanschluß an der LED und den Vorwiderstand mit einem gemeinsamen Schrumpfschlach abgedeckt (siehe obiges Bild rechts).
 
 
Dann werden die LEDs nach einem Funktionstest mit Sekundenkleber eingeklebt. Die Stirnseiten der LEDs hatte ich farblich etwas silbern abgedeckt. Da das Gehäuse abnehmbar ist, habe ich eine Steckerverbindung vorgesehen. Dazu werden die (schwarzen) Kabel von den Kathoden der LEDs mit den Außenseiten eines dreipoligen Stücks "Präzisions-Kontaktstecker, Rastermaß 2,54mm" angelötet. Der gemeinsame (orange) Zuleiter zu den Anoden der LEDs wird in der Mitte dieses dreipoligen Steckers angelötet (Schrumpfschlauch!), somit ist eine Verpolung beim späteren Zusammenstecken ausgeschlossen. Um den Stecker drumherum Schrumpfschlauch mit 8mm Durchmesser. Endergebnis siehe rechtes Bild oben. Führerstände und Lichtleiter einsetzen, Dach wieder festschrauben.
 
 
Nun folgen die Arbeiten am Gegenstück zum Stecker im Dach. Diese "Steckdose" wird aus "Präzisions-Buchsenleiste, Rastermaß 2,54mm" hergestellt. Ebenfalls ein dreipoliges Stück. In die Mitte dieser "Steckdose" wird ein (hier: oranges) Kabel von U(+) des Decoders angelötet und mit Schrumpfschlauch isoliert! Da ich keine Platine anfertigen wollte, habe ich dann den MOSFET fliegend an die beiden äußeren Pole der "Steckdose" angelötet. Es empfiehlt sich aber dennoch der Bau einer kleinen Platine, was die Fehlersuche später erleichtert. Die beiden linken Ausgangsfüßchen des MOSFET und die beiden rechten Ausgangsfüßchen sind von der Funktion her jeweils identisch und werden dabei verbunden:
 
 
 
Die vier Eingangsfüßchen des MOSFET haben jeweils unterschiedliche Funktion: links außen GND(-) für Funktion-1, dann Logikpegel zur Steuerung von Funktion-1, dann GND(-) für Funktion-2, und dann ganz außen rechts Logikpegel zur Steuerung von Funktion-2. Alles sehr klein und eng. Auf Isolierung achten! Besser: kleine Selbstbauplatine. Auf dem obigen Bild ist das weisse Kabel der Anschluß zum Logikpegel von "F1" des originalen Decoders. Dieser Logikpegel steuert beide Funktionen des MOSFET. Dass dennoch nicht beide Führerstände aufleuchten, liegt an der Funktionalitäts des Decoders: GND(-) wird entweder von "Stirnlicht vorne" oder "Stirnlicht hinten" des Decoders abgezapft. Siehe folgendes Schaltbild:
 
 
Dabei ist zu beachten, dass die Anschlüsse von "Stirnlicht vorne" und "Stirnlicht hinten" auf dem Decoder nicht symmetrisch liegen (was mich erst zur Verzweiflung getrieben hatte), sondern auf jeweils gegenüberliegenden Seiten der Stirnlicht-Vorwiderstände.
Sind alle Anschlüsse fertig und geprüft, wird auch die "Steckdose" samt MOSFET mit einem Schrumpfschlauch isoliert und geschützt. Dann kann der Stecker in die "Steckdose" gesteckt werden. Paßt die Richtung der Führerstandbeleuchtung nicht mit der Fahrtrichtung, dann wird der Stecker einfach um 180° gedreht in die "Steckdose" gesteckt.
 
 
So sieht dann das Endergebnis aus: fahrtrichtungsabhängige Führerstandsbeleuchtung (allerdings mit dem Nachteil: nur bei eingeschaltetem Stirnlicht) via F1. F3 des originalen Decoders bleibt frei für weitere Anwendungen...
 
 
 
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Zum Abschluß Bilder von mir vom Original aus dem Sommer 2013, u.a. mit Kalkzug auf Höhe des CentrO Oberhausen Richtung Duisburg bzw. auf dem Rückweg Richtung Essen:
 
 
 
 
 
Manfred Fischer,
2008-10-05: erste Veröffentlichung auf http://home.claranet.de/bahn/ludmilla/ludmilla.html : Decodertausch.
2008-10-22: Treibachsentausch.
2011-07-28: SMD-LED-Tausch.
2011-08-08: Führerstandsbeleuchtung.
2012-06-03: Umzug nach simpledigitallocomotive.npage.de
2012-09-13: Link zum Lautsprecher-Tuning nachgetragen.
2013-07-13: Vorbild-Bild angefügt.
 
 

 

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